Ein Schützenfest, das in Erinnerung bleibt

15.07.2026

Schützenfestsamstag

Ein ungewohntes Bild bot sich in diesem Jahr den Schützen und den Besuchern des Grafschafter Schützenfestes. Hinter dem Tambourkorps Grafschaft, das die Schützenzüge seit mehr als 100 Jahren traditionell anführt, reihte sich nach 55 Jahren nicht mehr der Musikverein Berghausen, sondern zum ersten Mal die Meggener Knappenkapelle 1883 e.V. ein. Mit ihren Knappenuniformen und den markanten Schachthüten mit dem roten Federbusch sollte sie nicht nur optisch für einen herausragenden Eindruck sorgen – so viel sei an dieser Stelle bereits verraten.

Am Ehrenmal neben der Kirche wurde zunächst der Opfer von Krieg und Gewalt gedacht. Nach der Ansprache von Major Johannes Höwer wurde zu den Klängen des „Guten Kameraden“ ein Kranz niedergelegt.

Nach einem schweißtreibenden Marsch hinauf zur Vogelstange herrschte reger Betrieb an den Gewehren, was auch notwendig war, um dem zähen hölzernen Vogel zu Leibe zu rücken. Von insgesamt neun Bewerbern kristallisierte sich gegen Ende eine Dreiergruppe heraus. Hier bewies Christian Hennig die ruhigste Hand und sicherte sich mit dem 287. Schuss die Königswürde. Die ersten Gratulationen durfte der Fähnrich der Grafschafter Schützenbruderschaft von seinen Stammtischkollegen sowie seiner Lebensgefährtin und neuen Schützenkönigin Sabrina Kempke entgegennehmen.

Vor dem Abmarsch zur Schützenhalle proklamierte der 1. Brudermeister Tobias Cordes den neuen König vor dem angetretenen Schützenzug. Dem scheidenden König Bernd Didam wurde zum Andenken an seine Amtszeit ein Orden überreicht.

In der Halle sorgte anschließend die Band „LIVE!“ aus Remblinghausen für beste Stimmung bis in die Nacht.

Schützenfestsonntag

Nachdem die Schützenmesse im vergangenen Jahr aufgrund der Schweinepest-Einschränkungen nicht auf dem Wilzenberg stattfinden durfte, konnte in diesem Jahr erstmals das Hochamt am zweiten Mariä-Heimsuchungssonntag auf dem „heiligen Berg des Sauerlandes“ als Schützenmesse gefeiert werden. Ab 9.00 Uhr stand dazu an der Schützenhalle ein Planwagen bereit, der Schützen und Besucher im Pendelverkehr auf den Wilzenberg brachte. Nach der von Pastor Stipp gehaltenen Messe schloss sich ein gemütlicher Frühschoppen im Schatten der Bäume an. Das „Alte Blech“ begleitete nicht nur den Gottesdienst musikalisch, sondern sorgte auch beim Frühschoppen für beste Unterhaltung.

Am Sonntagnachmittag wurde zum großen Festzug am Dorfbrunnen auf Wirmes Hof angetreten. Bei hochsommerlichen Temperaturen marschierten die Schützen zwar ohne Sakko, dennoch wurde es eine lange Zugstrecke von fast vier Kilometern, da König und Königin mit ihrem Hofstaat standesgemäß zu Hause in der Gräfin-Chuniza-Straße abgeholt wurden. Am Königshaus standen zur Erfrischung für die Musiken und Schützen mehrere Kisten Getränke bereit.

Auch Schützenkaiser Helmut Dohle ließ es sich mit 91 Jahren nicht nehmen, am Festzug teilzunehmen. Gemeinsam mit seiner Kaiserin wurde er auf einem kleinen Trecker entlang der Zugstrecke gefahren.

Bei strahlendem Sonnenschein säumten zahlreiche Besucher die Straßen des Dorfes und spendeten dem Festzug viel Applaus. Nach der Runde durch das Kloster und dem obligatorischen Schwenk über die (Haupt-)Straße „Zu den Höfen“ ging es zurück zur Schützenhalle. Dort schlossen sich der Seniorenkaffee und die Ehrungen an.

Beim Kindertanz sorgte die Meggener Knappenkapelle schließlich für die ersten großen Gänsehautmomente. Eine absolut musicalreife Darbietung begeisterte sowohl die Kinder, die sich gemeinsam mit den Sängerinnen vor der Bühne im Kreis niedergelassen hatten, als auch die zahlreichen Erwachsenen und wurde mit lang anhaltendem Beifall belohnt.

Gegen 21.30 Uhr stand der Große Zapfenstreich auf dem Programm. Nach dem Einmarsch nahmen die Majestäten mit ihrem Hofstaat vor den beiden Festmusiken – dem Tambourkorps Grafschaft und der Meggener Knappenkapelle – Aufstellung. Bei bemerkenswerter Stille genossen Schützen und Besucher eine beeindruckende musikalische Darbietung.

Anschließend folgte der Königstanz. Danach sorgte die Band „LIVE!“ aus Remblinghausen erneut für beste Stimmung auf der Tanzfläche bis tief in die Nacht.

Schützenfestmontag

Am Montagmorgen stand um 9.00 Uhr das Antreten der Schützen an der Halle auf dem Programm. Die Reihen füllten sich nach teils kurzer Nacht zunächst nur langsam, sodass sich der Zug mit etwas Verspätung in Richtung Vogelstange in Bewegung setzte.

An den Gewehren zeichnete sich nach einigen Einzelschützen ein ernsthafter Anwärter ab: Klaus Mönig, seit zwei Jahren Fahnenoffizier der Bruderschaft, sicherte sich mit dem 78. Schuss verdient die Vizekönigswürde. Bereits zehn Tage vor dem Fest hatte er angekündigt, dass er um die Vizekönigswürde mitschießen werde, falls der Fähnrich den Vogel abschießen sollte. Gesagt, getan.

Wenig später wurde der neue Vizekönig vom 1. Brudermeister im Rund des angetretenen Schützenzuges proklamiert. Der scheidende Vizekönig Florian Didam erhielt als Erinnerung einen Orden. Anschließend zitierte Major Johannes Höwer noch einige Schützen – unter anderem sich selbst – nach vorne, um das eine oder andere Vergehen mit „flüssigen Strafen“ zu ahnden.

Beim anschließenden Frühschoppen an der Jakobushütte sorgten sowohl die Meggener Knappenkapelle als auch das Tambourkorps bei strahlendem Sonnenschein für beste Schützenfeststimmung. Es wurde gemeinsam gefeiert, angestoßen, gesungen und natürlich durfte auch die eine oder andere Polonäse nicht fehlen.

Bereits um 15.30 Uhr hatten sich die Schützen wieder in Schale geworfen und waren mit weißem Hemd und Schützenkrawatte zum Antreten im Dorf erschienen. Nach dem anstrengenden Marsch am Sonntag wurde die Zugstrecke kreativ verkürzt. Nach der Abholung der Majestäten in der Gräfin-Chuniza-Straße ging der gesamte Zug ohne Tritt über den Verbindungsweg zur Schulstraße, wo sich alle Beteiligten wieder formierten und anschließend über die Winkhauser Straße durchs Dorf marschierten.

Auch für einen Montag säumten wieder zahlreiche Zuschauer die Straßen und applaudierten den neuen Majestäten samt Hofstaat herzlich zu. Auf der Strecke von „Maria Frieden“ bis zum Stünzel sorgte der Festwirt mit einigen Kisten Wasser für eine willkommene Erfrischung. Zurück in der Halle waren beim Kindertanz erneut viele Kinder und Erwachsene dabei, als die Meggener Musikerinnen und Musiker – wie schon am Vortag – mit einer imposanten und stimmungsvollen Darbietung begeisterten. Gegen 22 Uhr war ursprünglich geplant, mit den verbliebenen Festteilnehmern zum Eierbacken in den Speisesaal umzuziehen. Da die Halle jedoch noch gut gefüllt war, wurde das Eierbacken – wie bereits im Vorjahr – kurzerhand in die Halle verlegt. Dort feierten die Anwesenden noch einige Stunden bei Musik aus der Konserve weiter.

Danke, Danke, Danke!

Zuallererst möchten wir unseren neuen Majestäten Christian und Sabrina sowie unserem Vizekönigspaar Klaus und Monika herzlich danken. Mit ihrer Bereitschaft, Verantwortung für unsere Bruderschaft zu übernehmen und diese im kommenden Jahr zu repräsentieren, haben sie den Grundstein für ein weiteres erfolgreiches Schützenjahr gelegt. Wir wünschen euch eine schöne, ereignisreiche und unvergessliche Regentschaft!

Des Weiteren möchten wir der Meggener Knappenkapelle ein ganz besonderes Dankeschön aussprechen. Sie hatte einen großen Anteil daran, dass dieses Schützenfest bereits im ersten gemeinsamen Jahr so gesellig, stimmungsvoll und gelungen geworden ist. Vielen herzlichen Dank!

Ein ebenso großer Dank gilt unserem Tambourkorps Grafschaft, das unser Schützenfest seit vielen Jahrzehnten in bewährter Weise begleitet und im wahrsten Sinne des Wortes anführt.

Dass am Samstag- und Sonntagabend vor der Bühne ausgelassen gefeiert, gesungen und getanzt wurde, war nicht zuletzt der Band „LIVE!“ aus Remblinghausen zu verdanken, die mit ihrer Musik für großartige Stimmung sorgte. Auch hierfür ein herzliches Dankeschön!

Ebenso bedanken wir uns beim „Alten Blech“ für die musikalische Begleitung der Schützenmesse und des Frühschoppens auf dem Wilzenberg.

Das kulinarische Angebot im Speisesaal wurde von den Festbesuchern hervorragend und lobend angenommen. Die Nachfrage war so groß, dass einige Gerichte im Laufe des Abends ausverkauft waren. Ein großes Dankeschön gilt daher den beiden Köchen Mike und Markus sowie ihrem gesamten Team.

Damit das Fest nicht allzu trocken wurde, verdanken wir unserem Festwirt, der Oberkirchener Schank GbR. Vielen Dank an Pia und Frank mit ihrem Team für die stets zuverlässige und unermüdliche Getränkeversorgung!

Danke auch an die stillen Helferinnen und Helfer, die ein solches Fest erst möglich machen und vor allem an alle Schützen, Besucherinnen und Besucher aus nah und fern!